Judentum – Christentum – Islam: Schwerpunkt zum interreligiösen Dialog

An der Universität Wien wird im Wintersemester ein interreligiöser Schwerpunkt gesetzt: Die theologischen Fakultäten, das Institut für Islamisch-Theologische Studien und das Institut für Judaistik sowie das Forschungszentrum "Religion and Transformation in Contemporary Society" veranstalten eine interdisziplinäre Ringvorlesung, die den Dialog zwischen Judentum, Christentum und Islam beleuchtet. Daneben bieten die beteiligten Fakultäten ergänzende Veranstaltungen zum Schwerpunkt sowie ein Begleitprogramm mit Filmen, Synagogen- und Moscheebesuchen und Begegnungsmöglichkeiten an.

In einer säkularen und zugleich religiös pluralen Gesellschaft bekommt das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichem Verständnis von Religion und Weltanschauung wachsende Bedeutung. In diesem Kontext hat der interreligiöse Dialog in den vergangenen Jahren national und international zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dabei steht vor allem der trilaterale Dialog zwischen Jüd*innen, Christ*innen und Muslim*innen im Zentrum der Aufmerksamkeit.

So hat seit den 2000er-Jahren der interreligiöse Dialog auch im politischen Raum an Gewicht gewonnen: Internationale Institutionen wie die UNO und der Europarat etwa haben dazu Resolutionen und Leitlinien erlassen. Auf allen Ebenen der Gesellschaft sind in den vergangenen Jahren unzählige Dialog-Initiativen entstanden und auch in den Religionsunterricht und religiöse Bildungsprozesse hat das Thema Eingang gefunden.

Vielfältiges Programm

Vor diesem Hintergrund widmet die Universität Wien dem Thema nun einen umfangreichen Schwerpunkt. Im Zentrum steht dabei eine Ringvorlesung, deren Themenspektrum von den historischen und theologischen Grundlagen über die Rolle von Frauen im interreligiösen Dialog bis zu zeitgenössischen Herausforderungen wie Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus reicht. Historische, theologische, sozial- und religionswissenschaftliche wie bildungswissenschaftliche Zugänge eröffnen neue und heterogene Perspektiven auf das komplexe Phänomen des interreligiösen Dialogs zwischen Jüd*innen, Christ*innen und Muslim*innen. Prominente Referenten sind u.a. die Historiker*innen Walter Pohl und Eleonore Lappin-Eppel, die Theolog*innen Kurt Appel, Zekirija Sejdini, Regina Polak, der Soziologe Karsten Lehmann und der Antisemitismusforscher Andreas Peham.

Den Auftakt der Vorlesung bildet eine Podiumsdiskussion zum interreligiösen Dialog an der Universität Wien am 6. Oktober 2020. Dabei gehen Expert*innen der Universität Wien und hochrangige Vertreter*innen der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Österreich der Frage nach, welche spezifischen Aufgaben der Universität innerhalb des interreligiösen Dialogs zukommen können und sollen. Erfahrungen, zukünftige Möglichkeiten und Grenzen sowie Konfliktzonen kommen dabei zur Sprache.

Neben zehn Lehrveranstaltungen der beteiligten Fakultäten und Institute werden ein Tutorium und ein Begleitprogramm von der Studierendeninitiative Café Abraham angeboten, das mit Diskussionsrunden, Film, und Gesprächen mit Religionsvertreter*innen Möglichkeiten der interreligiösen Begegnung eröffnet.

Nähere Informationen zur Ringvorlesung finden Sie hier

Editorische Anmerkungen

Quelle: Medienportal der Universität Wien, Österreich.